Lebensgefährlicher Kaninchenschnupfen: Rhinitis contagiosa cuniculi [09|21]

Kaninchen Krankheit, Erkältung, Schnupfen, Infektion, Stress, Haltung
(c) Photo: Alex Fox auf Pixabay
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Krankheit, Erkältung, Schnupfen, Infektion, Stress, Haltung - News [25|09|21]

  • Kaninchenschnupfen ist eine Bestandkrankheit
  • Verschiedene Erreger sind beteiligt
  • Oft erkranken nur Kaninchen, deren Immunsystem geschwächt ist
  • Gelegentliches Niesen ist ein erstes Anzeichen
  • Kaninchen erkranken vor allem im Winter

Kaninchenschnupfen hört sich harmlos an, ist aber anders als beim Menschen eine sehr ernste Erkrankung, die mit dem Tod des Kaninchens enden kann. Kaninchen erkranken schnell an Erkältungen. Vor allem, wenn die Tiere aus einer geheizten Wohnung in ein kühles Außengehege übersiedelt werden. Leben die Kaninchen ständig in Freilandhaltung, ist ihr Immunsystem besser in der Lage, sie vor einer Erkältung zu schützen.

1. Ursachen für Kaninchenschnupfen:

Kaninchenschnupfen ist eine ansteckende Erkrankung, die sich schnell im ganzen Bestand ausbreitet. Sie ist nicht mit einem harmlosen Schnupfen zu vergleichen. Ausgelöst wird sie durch

  • Pasteurellen
  • Bortadella
  • Hämophilus
  • Infektion mit Sekundärkeimen wie Streptokokken und Staphylokokken

Das Risiko für einen Ausbruch der Krankheit steigt unter folgenden Bedingungen:

  • Stress durch Zwangskuscheln
  • Schlechte Haltung
  • Mangelnde Hygiene
  • Minderwertiges Futter: kleiner Pflanzenanteil mit ätherischen Ölen
  • Zugluft
  • Trockene Luft durch die Heizung #
  • Geschwächtes Immunsystem durch chronische Krankheiten

ACHTUNG: Die meisten Kaninchen sind mit den Erregern des Kaninchenschnupfens latent infiziert. Sie zeigen aber keine Krankheitssymptome. Durch Stress kann die Erkrankung jederzeit ausbrechen.

2. Symptome des Kaninchenschnupfens:

  1. Entzündung der Nase
  2. Nasenausfluss
  3. Das Kaninchen niest manchmal
  4. Die Pfoten sind mit Sekret verklebt
  5. Die Lidbindehaut ist gerötet
  6. Atemgeräusche
  7. Maulatmung
  8. Schiefhaltung des Kopfes (Kopfschiefhaltung)
  9. Gleichgewichtsstörungen
  10. Fieber
  11. Entzündung der Bronchien
  12. Entzündung der Lunge
  13. Mittelohrentzündung
  14. Innenohrentzündung

3. Wie Sie Kaninchenschnupfen schneller erkennen können:

Das kranke Kaninchen ist müde und zieht sich von den Artgenossen zurück. Das Fell im Bereich der Nase und der Pfoten ist mit Ausfluss verklebt. Die Augen sind entzündet und tränen.

4. Wie die Diagnose erfolgt:

Nicht bei jedem Nasenausfluss und Niesen muss es sich um einen Kaninchenschnupfen handeln. Der Ausfluss kann auch durch eine Erkrankung der Zähne verursacht werden.

  1. Klinische Untersuchung durch die Tierärzt*in und
  2. Spülprobe aus der Nase für ein Antibiogramm (in einem normalen Abstrich können die Krankheitserreger meistens nicht nachgewiesen werden)
  3. Zahnröntgen

5. Therapie:

Kaninchen, die schon im Anfangsstadium behandelt werden, haben eine gute Chance, den Kaninchenschnupfen ohne schwere Folgeschäden zu überleben.

  • Antibiotika: wirksam gegen anaerobe und aerobe Keime
  • Schleimlösende Medikamente
  • Immunstimulantien
  • Inhalationstherapie mit Salzwasser oder Kamillentee
  • Umstellung der Ernährung

6. Wie Sie vorbeugen können:

  1. Vermeidung von Stress
  2. Hochwertiges, tiergerechtes Futter
  3. Häufige Reinigung von Käfig und Außenanlage
  4. Regelmäßiger Wechsel der Einstreu

7. Zur Impfung gegen Kaninchenschnupfen:

Eine Impfung gegen Kaninchenschnupfen ist bereits erhältlich, es bestehen aber noch kaum Erfahrungen mit der Impfung. Deshalb sollten nur größere Kaninchenbestände geimpft werden.

Bei Kaninchen in privater Haltung wird derzeit noch von der Impfung abgeraten, da die Nebenwirkungen noch nicht ausreichend bekannt sind.

Die Impfung muss zwei Mal jährlich erfolgen und darf nicht gleichzeitig mit der Myxomatose-Impung durchgeführt werden.

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